Was bei Durchfall essen? Schonende Ernährung

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Wenn du unter Durchfall leidest, fragst du dich wahrscheinlich, welche Lebensmittel deinen Magen-Darm-Trakt am besten beruhigen und dir helfen, schnell wieder zu Kräften zu kommen. Dieser Ratgeber erklärt dir, welche Nahrungsmittel bei Durchfall empfehlenswert sind, welche du meiden solltest und wie eine schonende Ernährung aufgebaut ist, um deinen Körper zu unterstützen.

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Die Grundprinzipien der schonenden Ernährung bei Durchfall

Bei Durchfall ist es entscheidend, deinen Körper nicht zusätzlich zu belasten und ihm gleichzeitig die notwendigen Nährstoffe zuzuführen, damit er sich erholen kann. Das Hauptziel ist, die Darmschleimhaut zu beruhigen, Flüssigkeits- und Elektrolytverluste auszugleichen und die Verdauung zu erleichtern. Eine schonende Ernährung orientiert sich an leicht verdaulichen Lebensmitteln, die den Darm wenig reizen und ihm helfen, seine normale Funktion wieder aufzunehmen.

Leicht verdauliche Kohlenhydrate

Kohlenhydrate sind eine wichtige Energiequelle. Bei Durchfall solltest du dich auf leicht verdauliche Kohlenhydrate konzentrieren. Diese belasten den Darm weniger und werden schneller vom Körper aufgenommen. Beispiele hierfür sind:

  • Weißbrot und Toast: Ohne Rinde und gut durchgebacken, da sie wenig Ballaststoffe enthalten und somit leichter verdaulich sind.
  • Zwieback: Ebenfalls eine klassische Wahl, da er gut verträglich ist und wenig Fett enthält.
  • Reis: Insbesondere gekochter weißer Reis ist eine sehr gute Option. Langkornreis oder Basmatireis sind oft besser verträglich als Vollkornreis. Die Stärke im Reis bindet Wasser und kann helfen, den Stuhl einzudicken.
  • Kartoffeln: Gekochte Kartoffeln, am besten als Püree (ohne Milch und Butter) oder als Pellkartoffeln (ohne Schale), sind ebenfalls gut geeignet.
  • Haferflocken: Fein gemahlene Haferflocken, als Porridge mit Wasser gekocht, können ebenfalls verträglich sein, sofern du keine Laktoseintoleranz hast und sie mit Wasser zubereitest.

Mageres Eiweiß

Eiweiß ist essenziell für die Reparatur von Körpergewebe, einschließlich der Darmschleimhaut. Bei Durchfall solltest du auf magere Proteinquellen zurückgreifen, die leicht verdaulich sind und wenig Fett enthalten:

  • Gekochtes Hähnchen- oder Putenfleisch: Ohne Haut und gut durchgegart.
  • Gekochter Fisch: Magerer Fisch wie Kabeljau, Seelachs oder Scholle ist eine gute Wahl. Vermeide fette Fischsorten wie Lachs oder Makrele.
  • Tofu: Naturtofu, gut gewürzt, kann eine pflanzliche Proteinquelle sein.

Gemüse und Obst – die richtige Auswahl

Nicht jedes Gemüse und Obst ist bei Durchfall geeignet. Ballaststoffreiche und rohe Sorten können die Verdauung zusätzlich anregen. Konzentriere dich auf:

  • Gekochtes oder gedünstetes Gemüse: Karotten, Zucchini, Kürbis und Kartoffeln sind gut verträglich. Das Kochen bricht die Ballaststoffe auf und macht sie leichter verdaulich.
  • Bananen: Reife Bananen sind eine ausgezeichnete Quelle für Kalium und enthalten lösliche Ballaststoffe, die helfen können, den Stuhl zu binden.
  • Apfelmus: Gekochte Äpfel sind besser verträglich als rohe Äpfel. Apfelpektin, das in Äpfeln enthalten ist, kann helfen, den Darm zu beruhigen und Giftstoffe zu binden.
  • Gekochte Birnen: Ähnlich wie Äpfel sind auch gekochte Birnen gut verträglich.

Flüssigkeitszufuhr und Elektrolyte

Der Verlust von Flüssigkeit und Elektrolyten ist eine der größten Gefahren bei Durchfall. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist daher absolut entscheidend. Achte darauf, was du trinkst:

  • Wasser: Still und zimmerwarm ist ideal.
  • Ungesüßter Tee: Kamillentee, Fencheltee oder Pfefferminztee können beruhigend auf den Magen wirken.
  • Getränke mit Elektrolyten: Spezielle Elektrolytlösungen aus der Apotheke helfen, verlorene Salze und Zucker zu ersetzen. Auch selbstgemachte Lösungen sind möglich: Mische Wasser mit einer Prise Salz und etwas Zucker oder Honig.
  • Verdünnte Fruchtsäfte: Nur mäßig und gut verdünnt, da pure Säfte zu viel Zucker enthalten können und abführend wirken.

Was du bei Durchfall meiden solltest

Es gibt bestimmte Lebensmittel, die den Darm weiter reizen und den Durchfall verschlimmern können. Diese solltest du unbedingt meiden:

  • Fettreiche Speisen: Frittiertes, fette Fleischsorten, Wurst, Sahne, Butter und Käse sind schwer verdaulich.
  • Milchprodukte: Viele Menschen entwickeln während oder nach Durchfall eine vorübergehende Laktoseintoleranz. Vermeide Milch, Joghurt, Käse und Sahne. Laktosefreie Produkte können eine Alternative sein, wenn du sie verträgst.
  • Rohes Gemüse und stark ballaststoffreiches Gemüse: Kohl, Hülsenfrüchte, Lauch und Zwiebeln können blähend wirken.
  • Zuckerhaltige Lebensmittel und Getränke: Süßigkeiten, Kuchen, Limonaden und Fruchtsäfte mit hohem Zuckergehalt können den Durchfall verschlimmern.
  • Scharfe Gewürze: Pfeffer, Chili und stark gewürzte Speisen reizen die Darmschleimhaut.
  • Kaffee, Alkohol und kohlensäurehaltige Getränke: Diese können den Darm zusätzlich belasten und austrocknen.
  • Vollkornprodukte: Obwohl sie generell gesund sind, sind sie bei akutem Durchfall oft zu ballaststoffreich und belasten den Darm.

Eine schrittweise Rückkehr zur normalen Ernährung

Sobald deine Beschwerden nachlassen, kannst du langsam wieder zu deiner gewohnten Ernährung zurückkehren. Gehe dabei schrittweise vor:

  1. Beginne mit Schonkost: Halte dich zunächst an die oben genannten leicht verdaulichen Lebensmittel.
  2. Führe neue Lebensmittel langsam ein: Füge nach und nach einzelne, etwas schwerer verdauliche Lebensmittel hinzu und achte darauf, wie dein Körper reagiert.
  3. Beobachte deinen Körper: Achte auf Signale deines Körpers. Wenn du bestimmte Lebensmittel nicht verträgst, lass sie vorerst weg.
  4. Vermeide große Mahlzeiten: Iss stattdessen mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt.

Übersicht: Was du bei Durchfall essen kannst (und was nicht)

Kategorie Empfehlenswert Zu meiden
Kohlenhydrate Weißbrot, Toast, Zwieback, gekochter weißer Reis, Kartoffeln (gekocht, Püree), Haferflocken (mit Wasser) Vollkornbrot, Vollkornnudeln, Hülsenfrüchte, zuckerhaltige Backwaren
Eiweiß Gekochtes Hähnchen-/Putenfleisch (mager), gekochter Fisch (mager), Tofu Fettiges Fleisch, Wurst, fettreicher Fisch, frittierte Produkte
Gemüse und Obst Gekochte Karotten, Zucchini, Kürbis, Kartoffeln; reife Bananen, Apfelmus, gekochte Birnen Rohes Gemüse (insbesondere Kohl, Lauch, Zwiebeln), stark ballaststoffreiches Gemüse, säurehaltiges Obst
Flüssigkeit Wasser, ungesüßter Tee (Kamille, Fenchel, Pfefferminze), Elektrolytlösungen, verdünnte Fruchtsäfte Kaffee, Alkohol, kohlensäurehaltige Getränke, pure Fruchtsäfte, stark gesüßte Getränke
Fett Sehr sparsam, nur in Form von leicht verdaulichen Lebensmitteln Alle fettreichen Speisen, Frittiertes, Sahne, Butter, fette Käsesorten

Wann du ärztlichen Rat einholen solltest

Obwohl die meisten Durchfallerkrankungen von selbst abklingen, gibt es Situationen, in denen du unbedingt einen Arzt aufsuchen solltest:

  • Starker Flüssigkeitsverlust: Wenn du kaum Flüssigkeit bei dir behalten kannst oder Anzeichen von Dehydrierung zeigst (z. B. trockener Mund, wenig Urin, Schwindel).
  • Blut im Stuhl: Dies kann ein Anzeichen für eine ernstere Erkrankung sein.
  • Hohes Fieber: Fieber über 39°C sollte ärztlich abgeklärt werden.
  • Starke Bauchschmerzen: Intensive oder sich verschlimmernde Schmerzen erfordern ärztliche Untersuchung.
  • Durchfall länger als 2-3 Tage: Wenn der Durchfall nicht nachlässt, ist eine medizinische Abklärung ratsam.
  • Bestimmte Risikogruppen: Bei Säuglingen, Kleinkindern, älteren Menschen oder Personen mit geschwächtem Immunsystem ist Vorsicht geboten und ärztlicher Rat sollte frühzeitig eingeholt werden.

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FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Was bei Durchfall essen? Schonende Ernährung

Ist Joghurt bei Durchfall erlaubt?

Die meisten Milchprodukte solltest du bei akutem Durchfall meiden, da eine Laktoseintoleranz vorübergehend auftreten kann. Wenn du jedoch Naturjoghurt mit lebenden Kulturen (Probiotika) verträgst und keine Laktoseintoleranz hast, kann dieser in kleinen Mengen helfen, die Darmflora wieder aufzubauen. Es ist ratsam, dies vorsichtig auszuprobieren.

Kann ich bei Durchfall Obst essen?

Ja, aber wähle mit Bedacht. Gut verträglich sind reife Bananen und Apfelmus. Diese enthalten Pektin, das den Stuhl binden kann. Rohes Obst, besonders säurehaltiges oder sehr ballaststoffreiches, sollte eher vermieden werden, da es den Darm reizen kann.

Was ist das Wichtigste bei Durchfall?

Das Wichtigste bei Durchfall ist die Flüssigkeits- und Elektrolytzufuhr, um Dehydrierung zu vermeiden. Danach folgt eine schonende Ernährung mit leicht verdaulichen Lebensmitteln, die den Darm beruhigen und ihm helfen, sich zu regenerieren.

Wie lange sollte ich mich schonend ernähren?

Die Dauer der Schonung hängt vom Verlauf deines Durchfalls ab. Beginne sofort mit einer schonenden Ernährung, sobald die Beschwerden auftreten. Wenn deine Symptome nachlassen und dein Stuhl fester wird, kannst du langsam und schrittweise wieder zu deiner normalen Ernährung zurückkehren. Dies kann einige Tage bis zu einer Woche dauern.

Sind Elektrolytgetränke aus der Apotheke notwendig?

Elektrolytgetränke aus der Apotheke sind sehr hilfreich, besonders bei starkem Durchfall, da sie ein optimales Verhältnis von Salzen und Zucker liefern, um den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust auszugleichen. Wenn du diese nicht zur Hand hast, kannst du eine ähnliche Wirkung mit hausgemachten Lösungen erzielen, indem du Wasser mit einer Prise Salz und etwas Zucker oder Honig mischst.

Kann ich bei Durchfall auch eine Diät wie die „Schonkost-Diät“ machen?

Ja, die Prinzipien der Schonkost sind genau das, was bei Durchfall empfohlen wird. Das bedeutet, dass du auf leicht verdauliche, reizarme Lebensmittel wie Reis, Kartoffeln, gekochtes Huhn, Zwieback und Bananen setzt und fettige, stark gewürzte oder reizende Speisen meidest.

Ab wann kann ich wieder normal essen?

Sobald du dich besser fühlst und der Durchfall deutlich nachgelassen hat, kannst du langsam wieder beginnen, deine üblichen Lebensmittel zu essen. Beginne mit kleinen Portionen und beobachte, wie dein Körper darauf reagiert. Wenn du gut verträgst, kannst du die Vielfalt deiner Mahlzeiten schrittweise erhöhen.

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